Treibhausgasemissionen in den SSPs-CH ¶
Für die Modellierung möglicher Treibhausgasemissionen in den einzelnen SSP-CH haben INFRAS und PROGNOS bestehende Resultate für Sektoren als Grundlage für den Aufbau eines stark vereinfachten modularen Modells (reduced complexity model) verwendet.
Die Resultate illustrieren die Auswirkungen verschiedener sozioökonomischer Entwicklungen und Politiken auf THG-Emissionen:
- Die bisherigen Entwicklungen in Umweltbewusstsein, Technologie und Effizienz sowie die bisherige Klimapolitik stellen einen robusten Treiber für die Reduktion von Emissionen in diesem Jahrhundert dar. Unter den Annahmen der Szenarien SSP1-CH Effiziente Schweiz und SSP0-CH Genügsame Schweiz sinken die Emissionen im Zeitverlauf deutlich: insbesondere wegen des hohen Umweltbewusstseins in der Bevölkerung, gekoppelt mit hoher Effizienz (SSP1-CH) oder bewusst reduziertem Konsum (SSP0-CH). Das Netto-Null-Ziel wird in beiden Szenarien nur mit zusätzlichen klimapolitischen Instrumenten erreicht.
- Auch eine negative wirtschaftliche Entwicklung, eine Reduktion der internationalen Beziehungen und Wohlstandsverlust, wie es im SSP3-CH Konfliktreiche Schweiz angenommen wird, führen langfristig zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen in der Schweiz.
- Mit dem Szenario SSP5-CH Ressourcenintensive Schweiz steigen die Emissionen gemäss den Annahmen von hohem ressourcenintensiven Wachstum und der weitgehenden Aufhebung klimapolitischer Instrumente stark an, welche erst langfristig auf Grund der wirtschaftlichen Kontraktion auf das heutige Niveau zurückkehren.
Grundsätzlich hat das in den sozioökonomischen Szenarien SSP-CH abgebildete «gesellschaftliche Klima» einen grossen Einfluss auf die Entwicklung der Emissionen: Dies schliesst die Weiterführung des heute schon bestehenden klimapolitischen Rahmens ein wie auch gesellschaftlicher Entwicklungen und Politiken, die nicht direkt Klimaziele verfolgen. So werden Emissionen indirekt beeinflusst, etwa indem Entwicklungen in anderen gesellschaftlichen Bereichen angestossen werden, die klimawirksam sind, z.B. im Bereich des Umweltbewusstseins in der Gesellschaft oder der technischen Innovation. Eine ambitionierte Klimapolitik ist hingegen in allen Szenarien notwendig, um das Netto-Null-Ziel zu erreichen bzw. in manchen Szenarien in der zweiten Jahrhunderthälfte sogar netto-negativ zu werden.
Generell sind alle Modellergebnisse über den langen Zeitraum bis 2100 als illustrativ zu verstehen, auch wenn das Modell mögliche Zusammenhänge in einem Gesamtsystem quantitativ erfassen kann. Doch naturgemäss sind sowohl die Grundlagendaten, die SSP-CH und SPA als auch die Energie-, Emissions- und Landnutzungsmodellierungen über einen so langen Zeitraum hinweg mit sehr starken Unsicherheiten und Limitierungen verbunden. Die Modellresultate können aber helfen, verschiedene mögliche und konsistente Entwicklungen in die Zukunft systematisch zu betrachten (INFRAS, PROGNOS, WSL 2026).
Mögliche Treibhausgasemissionen für folgende vier Kombinationen von gesellschaftlichen Entwicklungen (SSPs-CH) und Paketen klimapolitischer Instrumente und Massnahmen (SPAs):
SSP1-CH & SPA1
SSP5-CH & SPA4
SSP3-CH & SPA3
SSP0-CH & SPA2
Weitere Resultate sind im technischen Bericht zur Treibhausgasmodellierung zu finden.
Downloads und Dokumentation ¶
Zusammenfassung:
INFRAS, PROGNOS, WSL (2026): Treibhausgasemissionen unter verschiedenen sozioökonomischen und klimapolitischen Szenarien für die Schweiz. Zusammenfassung. National Centre for Climate Services (NCCS) (Hrsg.), Zürich. http://doi.org/10.55419/wsl:42756
Technischer Bericht:
Oberpriller, Q., Schmid, N., Kemmler, A., Gubler, L., Bogler, Giger, D., S., Piegsa, A., Brutsche, A., Kreidelmeyer, S., Vu M. Ph., Black, B., Kirchner, A., Füssler, J. (2026): Treibhausgasemissionen unter verschiedenen sozioökonomischen und klimapolitischen Szenarien für die Schweiz. Modellierung und Analyse. Infras, Prognos, WSL. Zürich. http://doi.org/10.55419/wsl:42766
Hier sind die zugrundeliegenden Daten zu finden.